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Rainer Wieczorek: Der Intendant kommt
Erscheinungsdatum: 10.03.2011

ISBN 978-3-937717-65-4
144 Seiten, gebunden

Preis: 16,80 €

Rainer Wieczorek Der Intendant kommt

Künstlernovelle

Buchbeschreibung

Wieder hat sich ein Protagonist im Raum der Kunst gegen die Außenwelt verschanzt. Wieder beschreibt der Autor mit feiner Ironie, wie mit großem Ernst die »Weltentfremdung« eines Werkes betrieben wird; wie jemand versucht, die Kunst aus den Grenzen der Nützlichkeit, ja der Wahrnehmbarkeit selbst zu befreien.
Ging es in »Zweite Stimme« um die Bildende Kunst und das im wahrsten Sinne nebulöse Werk eines »Spaziergangswissenschaftlers« und in der »Tuba-Novelle« um einen Essay, der durch sein Nicht-Entstehen seinem Sujet am nächsten kommt, so steht im Zentrum dieser Novelle das Theaterstück ohne Publikum.
Ein Theaterwissenschaftler stößt zufällig auf das Werk des Regisseurs Joachim Schoor, genauer formuliert auf die Spuren dessen Wirkens. Dass dieser Schoor ein Revolutionär und Vordenker einer völlig neuen Theaterkultur ist, scheint nach kurzer Forschung unabweisbar zu sein. Die Quellenlage allerdings erweist sich als denkbar schlecht, da Schoor seine Stücke nicht für ein Publikum inszenierte, sondern – mit stiller Billigung des Intendanten – nachts arbeitete, wenn das Publikum gegangen war und lediglich der Nachtportier in der Pförtnerkabine per Lautsprecher dem Geschehen folgte.
Nachdem Schoor seine ersten Inszenierungen noch mit experimentierenden Studenten erarbeitet, kommt es wegen seiner zunehmenden Radikalität bald zu einem Aufstand gegen ihn, an dessen Ende er alleine am Inspizientenpult zurückbleibt. Von dort aus beginnt er nun die Welt jenes Nachtportiers zu erschüttern, mit Lautsprecherdurchsagen, die alle Räume des nächtlichen Staatstheaters durchdringen, bis schließlich – der Intendant kommt.

Mit »Der Intendant kommt« schließt Wieczoreks Trilogie von Künstlernovellen. Verbarrikadierte Kunstarchive, ungeschriebene Essays, Stücke, die kein Zuschauer vor Augen bekommen soll: Das ist das Material, aus dem Wieczorek seine Novellen zimmert. Das Vergnügen jedenfalls, das diese feinsinnigen Texte über Nicht-Existentes dem Leser bereiten, lässt sich ganz real erleben!

Pressestimmen

“Wer (…) für kurze Zeit einmal ganz einfach glücklich sein möchte, dem sei geraten: Wieczorek lesen!” Weiterlesen

Jochen Schimmang, taz

“Der Darmstädter Autor, im Hauptberuf Lehrer (…) spielt in seinen fantastischen Erzählungen mit dem Verhältnis von Öffentlichkeit und Intimität, von Kunst und Wahrnehmung. Aber er erliegt nicht der Versuchung des theoretisierenden Essays, sondern bettet seine Handlung in eine Verzauberte Stimmung ein, die von melancholischem Witz grundiert ist.”

Johannes Breckner, Darmstädter Echo

“Wieczorek gelingt mit Der Intendant kommt erneut die Schilderung einer verspielten Kunstidee und deren Protagonisten, mal ironisch, mal tiefsinnig und hin und wieder eine Spur melancholisch geschildert. Ein einzigartiger Lesegenuß!”

Sven-Andre Dreyer, verstaerker-online

“Im Mittelpunkt der Novelle steht neben diversen Theaterportiers ein Regisseur, der mit Studenten am Darmstädter Staatstheater inszenierte – nachts und für Aufführungen ohne Publikum. In Zeiten überschäumender Partizipationsversuche eine schöne Beckett-Reminiszens, die aber im akademisch Ungefähren verharrt.”

Die deutsche Bühne (82. Jahrgang, August 2011)

“Nachdem Schoor seine ersten Inszenierungen noch mit experimentierenden Studenten erarbeitet, kommt es wegen seiner zunehmenden Radikalität bald zu einem Aufstand gegen ihn, an dessen Ende er alleine am Inspizientenpult zurückbleibt. Von dort aus beginnt er nun die Welt jenes Nachtportiers zu erschüttern, mit Lautsprecherdurchsagen, die alle Räume des nächtlichen Staatstheaters durchdringen, bis schließlich der Intendant kommt.”

Oliver Hees, www.liesmalwieder.de