Warenkorb (0 Artikel)
Zwischensumme: €0.00
Der Warenkorb ist leer!
Helmut Braun: Ich bin nicht Ranek
Erscheinungsdatum: 05.09.2006

ISBN 3937717099
288 Seiten, gebunden

Preis: 19,80 €



Auch als E-Book erhältlich!

Helmut Braun Ich bin nicht Ranek

Die Odyssee des Edgar Hilsenrath Biografie

Buchbeschreibung

Spannend und einfühlsam zeichnet Helmut Braun die Lebenslinien des deutschsprachigen Juden Edgar Hilsenrath und verknüpft Leben und Werk dieses sprachmächtigen Erzählers zu einem Bild, in dem auch die gewaltigen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts aufscheinen. Ein 1926 in Deutschland geborener Jude hatte wenig Möglichkeiten, sein Leben zu gestalten. Die Alternativen in Nazideutschland waren: Emigrieren oder deportiert werden. Dass einer den Krieg in Deutschland überlebte, war möglich, aber unwahrscheinlich. So ist es im Prolog des Romans »Fuck America – Bronskys Geständnis« von Edgar Hilsenrath nachzulesen. Er wurde deportiert und dank einer Reihe glücklicher Fügungen überlebte er, emigrierte nachträglich in die USA und schrieb sich mit dem Ghettoroman »Nacht« die erlittenen Traumata von der Seele. So begann eine im höchsten Maße ungewöhnliche Schriftstellerkarriere. Edgar Hilsenrath und Helmut Braun sind seit 1977, seit im Literarischen Verlag Braun in Köln der bitterböse, satirische Roman »Der Nazi & der Friseur« erschien, befreundet. Im Laufe von 26 Jahren hat der Autor seinem Biografen seine Sicht der Geschehnisse, seine Wahrnehmungen berichtet, gewichtet, gewertet. Zusätzlich hat Helmut Braun eine Vielzahl von Interviews und autobiografische Texte Hilsenraths ausgewertet und den umfangreichen Vorlass des Schriftstellers gesichtet, der mittlerweile an die Akademie der Künste in Berlin übergeben wurde. Dokumente, Briefe, Fotos, Medien- und Zeitzeugenberichte, auch wissenschaftliche Arbeiten bilden das Fundament dieser Biografie. Die Erinnerungen des Biografen an gemeinsame Erlebnisse mit Edgar Hilsenrath und Texte, die autobiografische Einschübe in seinen Romanen sind oder sein könnten, ergänzen den biografischen Bericht und stellen immer wieder die Fakten in Frage; denn: was sind schon Fakten, wenn ein Leben zu erzählen ist.

Pressestimmen

Ich bin nicht Ranek – so heißt nun auch, solche Identitätsscheu zum Thema machend, ein soeben erschienener biografischer Versuch über Hilsenrath, den sein langjähriger Verleger und Herausgeber, der Publizist Helmut Braun, vorlegt, der hier mit Umsicht und spürbarer Liebe den realen Lebens- und Fluchtweg seines Autors skizziert, die Schwierigkeiten der ersten Rezeption in Deutschland rekonstruiert und auch seine eigenen verlegerischen Bemühungen um das Werk und seine gelegentlichen Enttäuschungen mit dem nicht allzu dankbaren Hilsenrath nicht verschweigt. Das »Ich bin nicht Ranek« bekommt nun besondere Plausibilität, in dem Braun die Umstände der Ghettojahre aufzuklären versucht.

Dieter Hildebrandt, DIE ZEIT

Wer über Edgar Hilsenraths Leben Genaueres wissen will,
für den ist die einfühlsame Biografie von Helmut Braun erschienen.

Matthias Zwarg, FREIE PRESSE

Hilsenrath hat stets aus seiner Erfahrung geschöpft. Doch hat er hier etwas dazu erfunden, dort etwas weggelassen, wie jeder andere Dichter auch. Dass Braun … bislang unbekannte biographische Fakten offen legt, bleibt sein Verdienst. Zudem argumentiert er gekonnt gegen die notorische Gutwilligkeit, mit der Hilsenraths drastische Schilderungen hierzulande heute rezipiert werden. Gerade das macht diese »Annäherung« zu einem guten Buch.

Jörg Sundermeier, BERLINER ZEITUNG

Brauns Hilsenrath-Biografie »Ich bin nicht Ranek« beschreibt eindrucksvoll und detailliert die Odyssee des Holocaust-Überlebenden aus Leipzig – über die Bukowina in Rumänien, das Getto in der Ukraine und Palästina bis in die USA (»Ein Fremder unter Fremden«) und schließlich nach Berlin, wo er seit nunmehr drei Jahrzehnten zu Hause ist. Nicht zuletzt ist es auch die Odyssee eines Autors durch die deutsche Verlagslandschaft – mehr als 60 Verlage lehnen den späteren Bestseller »Der Nazi & der Friseur« (1977) ab, eine NS-Groteske über einen SS-Mörder, der nach dem Krieg die Identität eines seiner Opfer annimmt. »Vergessen kann er nicht, aber er konnte schreiben, schreiben, schreiben«, meint Braun über Hilsenrath in seiner lesenswerten, weil auch spannend geschriebenen Biografie über ein abenteuerliches Leben im 20. Jahrhundert.

Volksstimme, Magdeburg