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Matthias Eckoldt: Letzte Tage
Erscheinungsdatum: 05.03.2010

ISBN 978-3-937717-43-2
240 Seiten, gebunden

Preis: 19,80 €



Auch als E-Book erhältlich!

Matthias Eckoldt Letzte Tage

Buchbeschreibung

Toni, früher DDR-Landesmeister im Boxen, ist ein erfolgreicher Profitrainer: Er formt aus wütenden jungen Männern zukünftige Champions.
Boxen ist Tonis Leben, und so schließt er mit dem undurchsichtigen Box-Manager Bornemeyer einen Vertrag. Zu Tonis hoffnungsvollen Talenten zählt Alex. In kurzer Zeit führt er ihn zum Europameistertitel. Zum Champion aufgestiegen, zeigt Alex allerdings im Kampf gegen seinen Herausforderer Schwäche und gibt ohne Not auf.
Neben Alex wirkt Rico wie ein jüngerer Bruder. Toni hat ihn schon als 14-Jährigen in sein Camp und in sein Haus geholt. Rico bringt dem väterlichen Trainer grenzenloses Vertrauen entgegen. Die Wut über den frühen Verlust des eigenen Vaters hat er in seinen Fäusten.
Doch dann unterbreitet Bornemeyer – selbst unter Druck – Toni einen unsittlichen Vorschlag: Rico soll in einem spektakulären Schaukampf den haushohen Favoriten Alex herausfordern – Bruder gegen Bruder im Kampf um die Europameisterschaft. Millionen Zuschauer sollen das Duell bei einer Fernsehübertragung verfolgen. Es geht um das ganz große Geld.
Toni muss sich entscheiden. Soll er seinen Vertrag hinschmeißen, das Boxen, seine Existenz, aufs Spiel setzen? Oder soll er, wie es Bornemeyer von ihm fordert, den überlegenen Alex auf den ungleichen Faustkampf vorbereiten?
Er zaudert. Doch hat der Verrat an sich selbst nicht schon viel früher begonnen? Damals, als sein bester Freund nach dessen Protest gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns aus der DDR in Schwierigkeiten geriet?
Der Treuebruch an seinen »Söhnen« wird folgen. Es kommt zum Showdown. Sportliche Werte des Rings, Respekt und Fairness, gelten unter Bornemeyers Ägide nicht. Und Toni hat seine Prinzipien längst im Alkohol ertränkt.
Im Boxerroman von Matthias Eckoldt ist jeder Satz ein Treffer. Seine Worte kommen wie Boxschläge, kraftvoll und präzise, wenn er die Duelle im Ring beschreibt. Die schwitzenden Körper, die jubelnde Menge, die Spannung, bevor der Gong ertönt, die krachenden Haken. Der Autor weiß, wovon er schreibt: Für seinen Roman recherchierte er auch im Sauerland-Boxstall beim mehrmaligen Trainer des Jahres Ulli Wegner und seinen Boxweltmeistern. Bei eigenen Boxversuchen steckte er manchen Treffer ein. Seine Faszination fürs Boxen ist dabei noch gewachsen. Den Ring sieht er als Arena menschlicher Dramen. So erzählt auch Tonis Geschichte weit mehr als den Aufstieg und Fall einer Trainerlegende. Am Schluss des Romans erlöst Matthias Eckoldt den Leser: Kurz vor dem Finish erlaubt er Toni einen allerletzten Akt der Loyalität.

Pressestimmen

"Haken fliegen, Kiefer brechen, es wird eingesteckt und ausgeteilt, den Ansagen des Trainers gehorcht und das eine Ziel blind verfolgt: Wer in den Ring steigt, will siegen, und Eckoldt gelingt es, uns über 200 Seiten hinweg soghaft in die körperfixierte Welt der Boxsportler hineinzuziehen. … Der spannungsreiche Roman "Letzte Tage" lebt von Milieukenntnis und liest sich passagenweise wie eine Sozialreportage. Er ist aber mehr noch eine menschlich berührende Fiktion, in der präzise schnelle Dialoge übergehen in die Beschreibung der Gefühlswelt eines Menschen, der sich zusehends abhandenkommt." Mehr lesen
NDR Kultur

In Letzte Tage treten nur wenige Personen auf – jede viel zu sehr gebrochen, als daß sie als erkennbarer Repräsentant einer sozialen Schicht durchgehen könnte. Eckoldt nimmt die Menschen, ihre Entscheidung, ihr Leben so und nicht anders zu gestalten, ernst. Mehr lesen
Konkret

Die Stärken des Buches liegen … in den Einblicken in die Boxerseele – im Trainingsalltag und im Ring. Eckoldt bringt Schlagkombinationen und Wirkungstreffer so eindrucksvoll herüber, als säße man direkt am Ring. Auch die Verzweiflung eines KO-geweihten Boxers, der sich einfach nur noch ausruhen möchte, erlebt man unmittelbar mit. Mehr lesen
www.ringrichter.org

Eckoldts Versuch, sich dem Boxen – und nur dem Boxen – als literarischen Stoff zu nähern, gelingt gut, gründlich und stellenweise brillant. Mehr lesen
Der Freitag

Matthias Eckoldt zu Gast bei „Einfach schön“ im rbb 88.8

Der Autor im Gespräch über das, was ihn am Boxen fasziniert:

„Boxen hat eine existentielle Dimension, die wir sonst im Alltag überhaupt nicht mehr spüren, da geht es tatsächlich um alles, … nicht einfach nur um den Vollzug einer Alltagsroutine …Im Boxen hat die Gesellschaft gewissermaßen in ihrer Zivilisation den Totschlag erlaubt. … Wenn jemand seinen Körper so extrem stählt, muss eine unglaubliche Not dahinter sein, der Wunsch, dass einem keiner etwas anhaben kann. … Der einsamste Mensch ist der Boxer oder vielleicht auch der Schriftsteller.”

Moderator:

“In dem Boxerroman „Letzte Tage“ kommen eine Menge Dramen und existentielle Dinge zusammen: Ost-West-Konflikt, Ehrlichkeit, Verrat, … Verzeihen, eine Liebesbeziehung, Alkoholismus … Die ganzen großen Themen sind alle Teil dieses Buches.”

rbb 88.8

"In einer unaufgeregten Sprache und mit viel Ahnung vom Boxen dokumentiert der Berliner Autor die letzte Challenge vor dem tödlichen Knock-out eines sympathischen Antihelden." Mehr lesen
20er

"Matthias Eckoldt gelingt es, den Leser über 200 Seiten hinweg soghaft in die körperfixierte Welt der Faustkämpfer hineinzuziehen. … Eckoldt schafft eine unheimliche Atmosphäre. Immer härter lässt er Kopfnüsse auf Toni niederprasseln. Wie sich die Männer in die Bewusstlosigkeit trinken, um einen Kampf abzuwenden, macht der Autor auf beklemmende Weise physisch spürbar. Tonis Tage sind längst gezählt. Diese Figur, die im Alltag stets nur Kampfsituationen ausmacht und auf Ausschluss gepolt ist, strauchelt in komplexen Lebenssituationen…. Gebannt lesen wir von Menschen, die ihrem Körper alles abverlangen, sich dabei nahe sind und doch abhandenkommen." Mehr lesen
Deutschlandfunk

Matthias Eckoldt bei seiner Lesung in Ratzendorf "Sei die Analogie zum tatsächlichen Leben auch noch so brutal, entbehrt sie nicht eines tiefsinnigen Hintergrundes, der den Leser zu fesseln vermag und bewirkt, dass er den Roman so schnell nicht wieder aus der Hand legen wird. Themen wie Treue und Verrat, Alkohol und Abstinenz, Moral und die Gier nach Geld ziehen sich als roter Faden durch die Handlung, berühren fein durchgezeichnete Charaktere, die, von Irrtümern nicht frei, der täglichen Auseinandersetzung ausgeliefert sind. »Der Boxsport mit seinem Tabubruch für den möglichen und dann straffreien Totschlag erzeugt in vielen eine Angstlust, der ich nachgehen wollte«, so der Autor, »deshalb habe ich mich für diesen Stoff entschieden.« Diese Angstlust – man will hin- und gleichzeitig auch wieder wegsehen – träfe man ja im täglichen Leben auch in unterschiedlichsten Situationen, aber im Boxsport werde sie besonders intensiv empfunden." Mehr lesen