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Lindita Arapi: Schlüsselmädchen
Erscheinungsdatum: 05.09.2012

ISBN 978-3-937717-85-2
240 Seiten, gebunden

Preis: 19,80 €



Auch als E-Book erhältlich!

Lindita Arapi Schlüsselmädchen

Roman – Aus dem Albanischen von Joachim Röhm

Buchbeschreibung

In einer kleinen albanischen Stadt, in einer Mustergemeinde im Aufbau in kommunstischer Zeit, betrachtet das Mädchen Lodja Lemani die Welt vom Küchenfenster des kleinen Elternhauses aus. Sie darf nicht draußen mit anderen Kindern spielen, flaniert nicht, schön gekleidet wie ihre Freundinnen, auf dem ersehnten Abendgiro. Ihre Freizeit verbringt sie nur im kleinen Vorhof des Elternhauses. Und nachts setzt sich ein männlicher Schatten, finster und furchterregend auf ihre Bettkante.
Die Familie Lemani lebt ausgegrenzt, weil sie eine »schwarze Biografie« hat. Lodjas Großvater wird 1952 als Großbauer vor den Augen seiner Tochter von den neuen Machthabern
gelyncht. Gesprochen wird darüber in der Familie nicht. Für Lodja ist alles undurchsichtig und geheimnisvoll.
Nach der kommunistischen Zeit und nach Ende der Selbstisolierung Albaniens, verlässt Lodja ihr Land und lebt als junge Frau alleine in einer westeuropäischen Stadt. Die ungewohnte Freiheit ist verwirrend für sie, vertraut ist ihr nur die Selbstisolation, in die sie sich auch hier zurückgezogen hat.
Sie reist nach Albanien, um das familiäre Geheimnis aufzudecken. Eine Reise in die Vergangenheit zu den Sippen ihrer Mutter und ihres Vaters beginnt. Die archaischen Strukturen auf dem Land haben sogar den Kommunismus überlebt.
Lodja trifft auf große Ablehnung bei ihrer Spurensuche, aber auch auf Menschen, die ihr helfen, sich der dunklen Vergangenheit ihrer Familie zu nähern. Und danach bricht auch Lodjas Mutter ihr Schweigen.
Ein berührender Roman, der nicht nur die ungleichzeitige Entwicklung in den Ländern Europas schildert, sondern auch zeigt, dass man ohne Wurzeln keine Flügel hat, um die eigene Zukunft frei zu gestalten.

Pressestimmen

Die Autorin erzählt behutsam, aber auch kraftvoll vom brutalen bäuerlichen Alltag. Eine eindrückliche Lektüre, hervorragend übertragen von Ismail-Kadaré -Übersetzer Joachim Röhm.

St. Galler Tagblatt

Sehr leise und eindringlich erzählt die in Bonn lebende albanische Autorin Lindita Arapi von der Spurensuche einer jungen Frau, die bildhaft für die Situation einer ganzen Generation steht: Mit einem Bein im kalten Krieg, mit dem anderen im Kapitalismus, ist sie auf der Suche nach Aussöhnung mit der Vergangenheit und eigener Identität.

Mona Grosche, Neues Deutschland

Zum ersten Mal wird hier eine Geschichte der immer noch herrschenden atavistischen Verhältnisse in Albanien erzählt, jedenfalls zum ersten Mal von einer Frau.

Doris Akrap, die taz

Arapi erzählt von einem geduckten Leben unter archaischen Bedingungen. Ein dumpfes Volk, zur Gewalt neigend – schwer vorstellbar, dass aus dieser Enge der Sprung in die Moderne zu schaffen ist.

Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten

Arapi hat ein fesselndes, literarisch kluges Buch geschrieben und sie hat eine Vision für eine freiere albanische Gesellschaft formuliert.

Insa Wilke, Kulturaustausch IV/12

Lindita Arapis Roman “Schlüsselmädchen” (…) ist elegisch, bitter, geradezu wuchtig in seiner Düsternis und Verzweifelung.

Karl-Markus Gauss, Süddeutsche Zeitung

Die „Schriftstellerin des Jahres 2011“ in Albanien
sieht ihr Buch als „Hymne an die albanischen Frauen“: „Sie wurden zweifach unterdrückt, durch das Regime und durch
die alten Traditionen, die nicht gebrochen wurden“.

Rebecca Erken, Bonner Generalanzeiger

In ihrem Roman »Schlüsselmädchen« entwirft Lindita Arapi eine Familiengeschichte vor der Kulisse von archaischem Brauchtum und geschichtsloser Ideologiebesessenheit.

Claudia Friedrich, WDR3 "Mosaik"

Ein anrührender Roman, ein Buch der leisen Töne, das zeigt, wie wichtig es ist, zu seinen Wurzeln zu finden und sich mit
seiner Familie zu versöhnen.

Martina Freier, ekz. Bibliotheksdienst

Mit ihrem eindringlichen Roman erzählt Lindita Arapi von drei Generationen albanischer Frauen und dem Aderlass einer Nation, die nur schwer den Weg in die unbekannte Freiheit fand.zum Beitrag

Claudia Kramatschek, Deutschlandradio Kultur

Lindita Arapi wächst in der bleiernen Zeit des Kommunismus in einer albanischen Kleinstadt auf. Was das bedeutet und wie sehr das Leben der Menschen damals von Angst bestimmt war, beschreibt die Schriftellerin in eindringlicher und poetischer Sprache in ihrem neuen Roman “Schlüsselmädchen”. zum Beitrag

André Vincze, Bayerischer Rundfunk "Interkulturelles Magazin"