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Ingrid Bachér: Sieh da, das Alter
Erscheinungsdatum: 01.08.2003

ISBN 978-3-920862-49-1
192 Seiten, gebunden

Preis: 17,80 €



Auch als E-Book erhältlich!

Ingrid Bachér Sieh da, das Alter

Buchbeschreibung

In Ingrid Bachérs Tagebuch einer Annäherung wird das Alter als Zeitzone beschrieben, in die wir früher oder später eintreten. Früh schon werden wir mit ihr bekannt gemacht durch Menschen, die uns nah sind und ins Alter hinüberwechseln.
Später erfahren wir selber dann, was mit uns alternd geschieht.
Ingrid Bachér setzt sich unsentimental mit allen Facetten dieser Entwicklung auseinander. Dabei erwecken Begegnungen in Italien und in Deutschland historische und persönliche Erinnerungen, und das täglich gegenwärtige Leben mischt sich in den Reflexionen mit dem Vergangenen.
Reich an Assoziationen ist das Alter und so dieses Buch. Kurze Beobachtungen, flüchtig wie im Vorbeigehen notiert, stehen neben Szenen des Verlustes und des Todes, aber auch des Glücks, der Erfüllung eines Augenblickes. Zuweilen wird das ironische Entsetzen über die Veränderungen der eigenen Gestalt deutlich, doch die Lebendigkeit des Verlangens bleibt und die Neugierde auf das Ungewohnte.
Herausgefordert wird der Leser: das Alter nicht zu verpassen. Ein erregendes Buch, das von den Erfahrungen und Erkenntnissen des Alters handelt und von Gefühlen, die den üblichen Vorstellungen vom Alter nicht entsprechen.

Pressestimmen

… Alter, ein Thema , das in jüngster Zeit allgegenwärtig zu sein scheint. Doch werden oft nur die politischen und ökonomischen Probleme diskutiert. Das wahre Zeichen des Alters ist aber das Bewusstsein von der Annährung an den Tod … Es ist auch das Zentrum von Ingrid Bachérs jüngstem Buch, das den Leser fordert , ihm Anstrengungen abverlangt, ihn »erschüttern« will und sich so würdig einreiht in die lange Liste zum Thema von Cicero bis Jean Améry. Mit »Sieh da, das Alter« ist der Autorin ein eindringliches, anrührendes Buch gelungen …

Bernd Kortländer, RHEINISCHE POST

Für mich die große Entdeckung in diesem Bücherherbst, das Buch von Ingrid Bachér…

Michael Kohtes, WDR Mosaik

Schon der erste Satz zieht unwiderstehlich an … Was folgt zieht weiter in den Bann. In einer bestechenden Sprache vollzieht Bachér den Versuch der Selbstbefragung, spürt ihrem sich wandelnden Blick auf das Alter und den zunehmenden Anzeichen der eigenen Vergänglichkeit nach … Daneben ist es eine Chronik: vor allem der Kriegs-und Nachkriegsjahre in Lübeck und des Jahres 2001, das … den 11. September und Afghanistankrieg mit sich brachte …

Christoph Haacker, WESTDEUTSCHE ZEITUNG

Das Große am Buch ist, wie die Autorin Nüchternheit wagt, zeigt, wie man mit dem Altern leben kann und muss. »Ich richte mich ein, aber nicht auf Dauer. Aufmerksam leben, als ob ich eine Schlange beobachte.«

Christel Berger, NEUES DEUTSCHLAND

Dieses Buch sollte man in zwei oder drei Zügen lesen, … in Momenten, in denen es still um einen ist. »Tagebuch einer Annäherung« heißt Ingrid Bachérs Buch im Untertitel und dieses Staunen ist Programm … Bachér will die familiäre und soziale Konstellation ihres Alters verstehen. Sie zeichnet Sterbebilder ihr naher Menschen und betrachtet sie im Licht der Kostbarkeit des Lebens. Heimat sei kein Ort, zitiert sie eine ukrainische Emigrantin, »Heimat trägt man in seinen Körper und manchmal leuchtet sie« . Bachér lässt den Leser teilhaben am Gespräch, das sie mit sich, mit Freunden und mit der Literatur (Lawrence, Frisch, Kertész) führt. Wenn sie dabei vom unvermindert sexuellen Verlangen erzählt und zugleich vom Moment des »Vorbei« … Wenn die Tage des 11. September sie zurückführen in die Bombennächte der Kindheit – dann gilt für Ingrid Bachérs Schreiben, was sie selber über den Text eines Freundes sagt: »Unabgelenkt ist jeder Satz, wahrhaftig und unbeschwert von jeder Attitüde oder Sentimentalität.«

Thomas Wild , DER TAGESSPIEGEL

Eine anrührende Einübung ins Altwerden und Sterben. Ein halbes Jahr protokollierte Ingrid Bachér (geboren 1930…) in ihrem Tagebuch die gewaltsamen und beinahe unmerklichen Übergänge …: »Wir können freiwillig nur für die Jüngeren Platz machen, wenn wir einverstanden sind, dass wir endlich sind.« Sie erzählt vom Sterben des Vaters – nackt, zusammengerollt wie ein Embryo unter der Decke. Nimmt Abschied vom eigenen Körper – dem Tier, auf dem sie nicht mehr sicher reitet. Stellt sich die letzten, die endgültigen Fragen: Erlebt man intensiver, tiefer, wenn die Hoffnung auf Wiederholung schwindet?…

Iris Radisch in DIE ZEIT

Das Alter – eine Zeitzone, in die wir früher oder später eintreten. In ihrem "Tagebuch einer Annäherung" setzt sich Ingrid Bachér ungewöhnlich unsentimental mit diesem Lebensabschnitt auseinander. »Sieh da, das Alter« ist ein erregendes Buch, das von den Erfahrungen, Erkenntnissen und Gefühlen handelt, die den üblichen Vorstellungen vom Alter nicht ensprechen. Ein bewegendes – und nicht selten ironisches – Buch.

DER TAGESSPIEGEL

Sie blickt nicht beschönigend und verklärt nach hinten, um die Gegenwart aushalten zu können. Ingrid Bachér focussiert die Wirklichkeit, soweit ihr dazu die Kraft geschenkt wird, unmittelbar und erfrischend direkt. Es finden sich in diesem Buch Sätze, die sättigen, weil sie wie Schwarzbrot gut gekaut werden wollen. Mit einem solchen Satz lege ich Ihnen dieses Buch ans Herz. »Der Tod wächst in uns, wir bringen ihn ins Leben hinein. Unsere Frucht: die Auflösung.«

Haken ? Kunst, Kultur, Kino

Mag das Altwerden für den einen subjektiv schon mit 40 Jahren beginnen und für den anderen erst mit 70 – der Problematik entkommt keiner, Verdrängen hilft da nicht. Eindrücklich stellt Ingrid Bachér dar, welche Einschränkungen, aber auch welchen Zugewinn das Alter bringen kann. Beschönigt wird da nichts, aber zentral ist der Gedanke: »Wie wir Alter und Tod erfahren, ist abhängig von den Vorstellungen der Gesellschaft, die uns geprägt hat, und von unseren Fähigkeiten, diese zu verändern, um ein würdigeres Verhältnis zu unserem Leben zu bekommen.« Das ist weit entfernt von jener peinlichen forcierten Munterkeit, mit der manche sich über die negativen Aspekte des Altwerdens hinwegtrösten möchten.

Jürgen P. Wallmann, WESTFÄLISCHE NACHRICHTEN

Bachérs Tagebuch ist ein feines Gewebe aus intimer Selbstbeobachtung, persönlichen und historischen Erinnerungen Die Stärke der Aufzeichnungen liegt in ihrer Subjektivität. Bachér schaltet sich nicht in den medialen Diskurs über »die Alten« ein, der sich zwischen demographischer Katastrophenanalyse und Propaganda für den vitalen Senior bewegt. Der persönliche Zugang birgt gehaltvollere Gedanken, weil er die Oberfläche der öffentlichen Rede durchbricht. Die Ängste, die Fragen nach der Sinnhaftigkeit des bisherigen Lebens, die Veränderungen des Körpers, die Diskrepanz auch zwischen Selbst- und Außenwahrnehmnung – oft hinkt das Gefühl hinterher – fühlen die abgezählten Jahre nicht. Mit diesen Aspekten öffnet Bachér bei aller Individualität das Thema für die Lesenden. Und rührt zudem an vielem, was nicht erst interessant wird, wenn »das Alter« da ist.

Carola Ebeling, taz

Ingrid Bachér setzt sich unsentimental und sehr persönlich mit allen Facetten des Alterns auseinander, protokolliert als sensible, sprachbewusste Beobachterin die gewaltsamen und beinahe unmerklichen Übergänge, berichtet über die Anzeichen der eigenen Vergänglichkeit, erzählt aber auch von Erfahrungen, Erkenntnissen und Gefühlen, die den üblichen Vorstellungen vom Alter widersprechen.

Hamburger Abendblatt