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Erasmus Schöfer: Zwielicht (SWR-Bestenliste Mai-Juni 2004)
Erscheinungsdatum: 01.03.2004

ISBN 978-3-920862-68-5
600 Seiten, Englische Broschur

Preis: 19,80 €



Auch als E-Book erhältlich!

Erasmus Schöfer
Zwielicht (SWR-Bestenliste Mai-Juni 2004)

Die Kinder des Sisyfos 2. Roman der Tetralogie

Buchbeschreibung

Von den vier geplanten Romanen zur Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1968 und 1989 liegt hier der zweite vor: »Zwielicht«. Nach dem 2001 erschienenen Roman »Ein Frühling irrer Hoffnung« entwirft Schöfer in »Zwielicht« ein breites Panorama der siebziger Jahre, in deren Verlauf viele Reformanstöße der Achtundsechziger weiterentwickelt werden. Die lange verdunkelte Arbeitswelt und die Natur werden in Bürgerinitiativen, in der Arbeiterbewegung und in der Literatur neu entdeckt. Gleichzeitig rüstet der demokratische Staat, in Abwehr der militanten Herausforderung durch die Gewalttäter der RAF, seine Gesetze und polizeilichen Machtmittel auf und setzt sie mit wachsendem Nachdruck auch gegen die außerparlamentarische Bewegung ein. Schöfer schildert Menschen, die in dieser zwiespältigen Entwicklung der Gesellschaft als handelnde Demokraten ihren Weg suchen. Der Geschichtslehrer Viktor Bliss und der Betriebsrat Manfred Anklam, die Akteure des achtundsechziger Romans, werden in neuen Lebenskonstellationen verfolgt, während als dritte Hauptperson Armin Kolenda, ein angehender Journalist, beim Kampf gegen das Atomkraftwerk Wyhl seine große Liebe und unter den schreibenden Arbeitern des Werkkreises Freunde und Gegner findet. Mit heutigen Leserinnen und Lesern erforscht Schöfer in packenden und anrührenden Erlebnissen seiner literarischen Personen die geschichtliche Wahrheit eines erregenden Jahrzehnts unserer unmittelbaren Vergangenheit.

Pressestimmen

Mit Peter Weiss teilt Schöfer das strenge Exerzitium, dass eine Ästhetik und Poetik im Handgemenge – im Widerstand gegen den Faschismus bei Weiss, in den politischen Kämpfen und Auseinandersetzungen in der alten Bundesrepublik bei Schöfer – entwickelt werden muss: dass Kunst und vor allem Literatur (aufkläriersichen Eingedenkens) nicht bloß vergnügen, sondern ebenso auch belehren und – politisch wie auch moralisch – durchaus nützen sollen und können. Das ist hier … heute liebenswert anachronistisch, denn es geht um Realismus und Parteilichkeit bzw. Engagement, was in Zeiten von Postmoderne und Popkultur nur noch höhnisches Gelächter nach sich zieht. Engagement bei Schöfer bedeuet aber nie eine plakative agitatorische Art und Weise, sondern ist vermittelt, reflektiert und mithin distanziert. Das macht die besondere Bedeutung des Texte aus – jenes ersten Teils, der die Entwicklung von Viktor Bliss in den wilden Jahren um 1968, auf der Straße, im Theater, an der Diskurs- und Diskussions-Front zeigt, und auch wieder des neuen, nun abgeschlosssenen zweiten Teil, der die "bleierne Zeit" (M.v.Trotta) der Post-68er-Jahre behandelt: eine zersplitterte Linke. Die ersten Akw-Großdemonstrationen (Brokdorf, Kalkar, Wyhl), Betriebsbesetzungen und – von besonderer Bedeutung – die Werkkreisbewegung, schließlich aus der Ferne so nah die RAF-Aktionen und die staatlichen Reaktionen darauf samt der Diskussionen um Gesetzesverschärfungen einerseits, um die Stellung der Linken zur Gewaltfrage andererseits. Schöfer versteht es, seine Protagonisten – Vertreter der Linken, ob nun innerhalb oder außerhalb der Parteien – in die Auseinandersetzungen der Zeit, die politischen Kämpfe wie diskursiven Verwicklungen auf unterschiedlichsten Feldern /Liebe und Sexualität als ganz besonderes Gebiet (exzellent geradezu Schöfers Begabung fürs Sinnlich-Erotische!) – Taktik und Strategien der Linken – Funktion und Bedeutung von Literatur und Kunst) hineinzuführren und dabei dann insgesamt ein dichtes Zeitpanorama zu gestalten. Schöfer hält bei allem Enagement, Distanz zu den Dingen und Ereignissen. Er bleibt der Beobachter, der mal kühl nüchtern bilanziert, dann wieder aus der Bewegung heraus, aus dem Inneren der Vorgänge gleichsam "Zeit-Geschichte" veranschaulicht. … Sollte Erasmus Schöfers ehrgeiziges Romanprojekt einmal seinen Abschluss finden, mit dem Heranführen bis an die Zeit um 1989, dann hielte man mit diesen vier Bänden einen gewaltigen Zeitroman über die Geschichte und Entwicklung der alten Bundesrepublik in Händen. … Das ist nicht eben wenig. Kommende Generationen werden es Schöfer zu danken wissen.

Prof. Dr. Werner Jung KÖLNER STADTREVUE

Die Liebe und der Widerstand »Zwielicht« – ein Buch zum Erleben. Ein Buch zum Bedenken. Ein Buch zum Erinnern. Ein Buch zum Amüsieren. Auch ein Buch zum Nach-Fragen: Erasmus Schöfer ist es mit dem zweiten Band seines Zeitromans »Die Kinder des Sysifos« wieder gelungen, Lesevergnügen und Historie eindrucksvoll zu verbinden. … »Zwielicht« schildert den vielfältigen außerparlamentarischen Widerstand der Siebziger Jahre mit seinen Höhepunkten wie mit seinen Widersprüchen. (Der erste Band, »Ein Frühling irrer Hoffnung«, behandelt den Aufbruch 1968: die Proteste gegen den Vietnamkrieg und die Meinungsmache der Springer-Presse.) Erleben kann die LeserIn eine wundervolle wie tragische Liebesgeschichte mitten im Widerstand gegen das geplante Atomkraftwerk Wyhl damals am Kaiserstuhl. Sehr wirklichkeitsgesättigt, mit eingestreuten Originaldokumenten, mit Auftritten realer Personen wie Walter Mossmann, Balthasar Ehret genannt Belz, Wolfgang Sternstein, Lothar Späth u.a., mit dramatischen Szenen, mit Gedichten. Die Formenvielfalt ist Programm. Schöfer will entgrenzen – Genreregeln ebenso wie Ideologien, Genderkorsetts wie Dudendogmen, Soziokäfige wie Politraster. Armin Kolenda, die Zentralfigur des Romans, Ex-Sozialarbeiter und Journalist, ist »handelnder Zuschauer« bei der Betriebsübernahme der Glashütte Süßmuth durch die Belegschaft 1971 in Hessen, der AKW-Nee-Bewegung der Kaiserstühler 1975, dem Kampf der Düsseldorfer Mannesmann-Arbeiter gegen die Werksschließung 1977. Zugleich ist er aktiv im »Werkkreis Literatur der Arbeitswelt« und reflektiert dessen Entwicklung. … Jüngere LeserInnen oder solche, die die Siebziger nicht alternativ-politisch mitgestaltet haben, können Schöfers Werk als eine ergiebige Quelle nutzen: Es liefert lebendige Anschauung ebenso wie Standpunkte des beteiligten Autors: kritisch gegenüber SPD, DKP, K-Gruppen und RAF, sympathisierend mit Selbstorganisation und Anarchie. … »Literatur als Auslöser von veränderndem Handeln« will Schöfer schaffen.. »Zwielicht« ist dazu ein starker Beitrag.

Ariane Dettloff, CONTRASTE - Zeitung für Selbstorganisation

In vier Romanbänden legt Erasmus Schöfer unter dem Titel “Die Kinder des Sisyfos” die Chronik der Linken von 1968 bis 1989 vor. “Ein Frühling irrer Hoffnung”, der noch einmal die Euphorie der späten sechziger Jahre ausschöpfte, folgt nun der … Folgeband “Zwielicht”. Dieser Band wirkt … konzentrierter in der Struktur und der Vielfalt seiner Erzähltöne. Erasmus Schöfer zieht vor dem historischen Panorama das Spiel seiner Figuren auf. Ein subtiles Wechselspiel von Distanz und Nähe ergibt sich. So schlüpft der Erzähler immer wieder in seine Figuren hinein, … so dass sich ein sattes, abwechslungsreiches Lesevergnügen präsentiert.

Kölnische Rundschau

Erasmus Schöfer … pendelt in seinem Roman zwischen politischen Momentaufnahmen und privaten Befindlichkeiten. Wenn die Zeitgeschichte – Demonstrationen, die Entführung von Hanns Martin Schleyer oder der Lufthansa-Maschine in das Leben der Protagonisten einbricht, sind seine Schilderungen am stärksten, eindrucksvollsten, berührendsten. Dann gewinnt eine sehr poetische Sprache die Oberhand, können vor allem junge Leser die Atmosphäre der 70er nachvollziehen. Es sind die intimen Erlebnisse Kolendas, die unter die Haut gehen. …
Mit seinem oft atem- und interpunktionslos quellenden Wortfluss, den Verkürzungen und den Schnoddrigkeiten der gesprochenen Sprache zieht Erasmus Schöfer seine Leser nah an die Romanfiguren heran, schubst sie mitten hinein in deren 70er-Jahre-Existenz. Ein ungewöhnliches Buch …

Kölner Stadtanzeiger

… eindringliche gesellschaftliche Miniaturen, spannende Dialoge, einfühlsame Porträts. Dokumentarisches wechselt mit Lyrischem … Hessische, badische und Ruhrpott-Dialektstücke werden eingebaut, heiter-ironisches Erzählen bringt Lesevergnügen.
Schöfer war einer der Gründer des “Werkkreis Literatur der Arbeitswelt”. Damals wurde die Erkenntnis … öffentlich: Industrie als weißer Fleck auf der literarischen Westdeutschlandkarte. … Nun schreibt Schöfer als “Hütten-Homer” die Zeitromane, die kollektiv im “Werkkreis” nicht zustande kamen. … Jedenfalls halten sie als Experiment das offen, was gegenwärtig endgültig geschlossen werden soll. Sie sind eine offene Wunde nicht nur der gegenwärtigen, sondern überhaupt der deutschen Literatur seit der Weimarer Republik. Unbedingt lesen! Vorlesen!

Junge Welt

Insgesamt ermöglicht auch der zweite Band des vierbändigen Romanprojektes aus der zeitlichen Distanz von heute ein empathisches Erfahren linker Politik der 70er, er bietet aber auch schlicht Lesevergnügen bei der Verfolgung des Lebensweges von Armin. Schöfer lässt seine eigenen Erfahrungen und Erlebnisse stark einfließen, betrachtet und diskutiert diese, so dass er fast mit seinen handelnden Personen in der Erzählung verschwimmt. Die zahlreichen Perspektivwechsel erzeugen eine sehr dichte Stimmung und geben auch der Leserin die Möglichkeit, Teil der erzählten Ereignisse zu werden.

: bsz Bochumer Stadt- und Studierenden-Zeitung

Sein unzeitgemäßer “Zeitroman” ist ein großes und anspruchsvolles Unternehmen, ein Textarchiv der gesellschaftlichen Auseinandersetzungen, eine Literaturgeschichte in der Literatur, in die Schöfer Gedichte von sich und anderen aufgenommen hat, Rezensionen und Rundfunkinterviews und hin und wieder eine anrührende Liebesgeschichte.
… ein Romanzyklus gegen die Resignation …, ein Mittel gegen linke Melancholie

taz

… es ist Erasmus Schöfers erfahrungsgesättigte, bei aller Sympathie nicht unkritische Distanz zum Geschehen, die “Ein Frühling irrer Hoffnung” und “Zwielicht” so lesenswert macht. Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil die Ereignisse mit den wachen Augen der Helden wahrgenommen werden, sie gleichsam von Innen heraus erzählt werden. Bisweilen wirken die Berichte wie Live-Reportagen, als sitze man mit am Tisch …

LITERATUR K. WEST

Schöfer schreibt mit Verve und einem Sinn für Genauigkeit, der immer wieder verblüfft. Er berichtet alles haarklein, die Aktionen und Diskussionen, in die seine Figuren verstrickt sind, die Querelen, Rivalítäten und Anfeindungen. Er schreibt einen Roman, der ihm alle Freiheiten lässt, auch den Spaß an erzählerischen Experimenten, das Spiel mit Sprache und Stoff, aber er hält sich strikt und so authentisch wie möglich an Ereignisse und Geist dieser Jahre. Als habe er damals alles mitgeschrieben, alles bis ins Kleinste dokumentiert und gespeichert, malt er an einem Panorama, das Zeitchronik und Epos in einem ist. …
Wo gibt es ein zweites Buch, das mit so umfassender Anschauung, so viel erzählerischem Einsatz, auch so viel Eigenwilligkeit (die bis in die Orthographie reicht) eine Ära beleuchtet, von der viele schon nichts mehr wissen oder wissen wollen?
Die Leistung verdient großen Respekt. Und natürlich, viel Leser.

Neues Deutschland

Wie alle gute Literatur ist auch “Zwielicht” Erinnerungsarbeit, doch mehr als nur Ich-Erfahrung und literarische Nabelschau. In beiden Romanen können sich Leser an “ihre” Zeiten erinnern, andere, die Jüngeren, können ihre Elterngeneration entdecken. Biographie dient dem Autor als Leitfaden für kühlsachliche Beobachtung, sowie zur emotionalen und lustvollen Beschreibung des Hintergrundes bundesrepublikanischer Gesellschaft und das Verhalten des Einzelnen gegen Großmächte der Politik, der Wissenschaft und der Medien. Die Aufbruchsträume von damals leuchten auf, spannend verdichtet als breiter Erzählfluss, dann wieder als atemloses Geschichtsstenogramm. Zwar liegt ein historischer Gegenwartsroman vor, doch bleibt der Autor nicht beim Veranschaulichen, sondern zeigt sich als großer Erzähler.

Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Einen sehr poetischen, über weite Strecken fast lyrischen Ton hat Erasmus Schöfer gefunden, plastisch und bildkräftig zugleich, unverbrauchte Wendungen und scheinbar bekannte Formulierungen, deren ungewohnter Gebrauch dazu anregt, die Ausdrücke zu hinterfragen. …
Nachdenklich lässt dieser Roman die Generation der alten 68er zurück und zeigt den Nachgeborenen, dass es sich lohnt, nicht blind zu resignieren, sondern seine bürgerlichen Freiheitsrechte zu verteidigen und sich zur Wehr zu setzen gegen Unrecht und Willkür – welcher Art auch immer.

Deutsche Welle

Dem Romancier ist ein Maß an historischer Genauigkeit zu bescheinigen, wie es uns sowohl im Journalismus als auch in der Geschichtsschreibung selten begegnet.

Ossietzky

Die 70er Jahre waren verdammt lang. Wie lang, daran erinnern uns die 600 Seiten von Erasmus Schöfers letztem Roman »Zwielicht«. Und man wäre nicht traurig, wenn das eigentümlich aufregende Buch noch ein paar hundert Seiten mehr hätte. … Die große Kunst von Schöfers Roman besteht darin, dass er den Ausgang der Geschichte nicht kennt. Er führt uns mitten in den Tumult der Ereignisse aus der Perspektive noch längst nicht geplatzter Träume. Zurück ins Zwielicht eines gelebten Aufbruchs, der denen, die ihn suchten, bald den Boden unter den Füßen wegriss. Die Avantgarde, die die Geschichte in die Hand nehmen wollte, blieb unentrinnbar in sie verstrickt. Schöfers Helden sind keine Heroen, die sich im Glanz höherer und purlauterer Überzeugungen sonnen. Der Betriebsrat Manfred Anklam, der literarische Journalist Armin Kolenda und der Historiker Viktor Bliss sind keine strahlenden Revolutionsführer, sie sind Skeptiker, die laufend die Erfahrungen machen müssen, ihren eigenen Ansprüchen nur höchst unvollkommen zu entsprechen. Sie lernen, sich selbst in Frage zu stellen. Nicht zuletzt in der Liebe, in ihren eigenen bürgerlichen Lebensvorstellungen. … Nach Schöfers Biographie könnte man glauben, er habe jetzt einen politisch ergreifenden, mehr oder weniger volkstümlichen Roman geschrieben. Doch das Gegenteil ist der Fall. Ihn scheint vor allem die Frage zu beschäftigen, was kann die Literatur zur Deutung dieser Vergangenheit beitragen? Und man darf sagen, Schöfer hat jenen Jahren ihre Vieldeutigkeit zurückgeben. Indem er von nichts als Schwierigkeiten erzählt, hat er den inzwischen zerschlissenen Weltverbesserungsträumen ihre Größe zurückgeben.

Walter van Rossum, Deutschlandfunk

In diesem sympathischen, leicht naiven und lernbergierigen Kolenda hat Schöfer einen Chronisten, der – welch ein Exoticum in der gegenwärtigen deuschen Literatur – aus der Arbeitswelt berichten kann, detailliert eine Betriebsversammlung schildert, Gewerkschafter auftreten lässt, Bürgerinitiativen, Demonstrationen und Streiks begleitet, kurz: bundesdeutsche soziale und politische Wirklichkeit wieder literaturfähig macht, die seit Max von der Grün, Erika Runge oder Günter Wallraff weitgehend aus ihr verschwunden ist. … Die außerordentliche Fülle des Materials wird einerseits zusammengehalten durch die Figur Kolenda, zweifacher Vater mit getrennt lebender Ehefrau, seiner beruflichen wie erotischen Vita, vor allem seiner herzzerreißenden Liebe zur schönen Wyhler Bauerntochter Salli, andererseits durch eine durchgängige Reflexion auf das Schreiben selbst. … Der Roman ist gesättigt von den Erfahrungen Schöfers engagierten Lebens, er hat damit lange gewartet und benötigte offensichtlich die Zeit, um in späten Jahren diesen Balzac´schen Romanzyklus anzugehen. Der autobiografisch grundierte Stoff, die Verschränkung seines privaten Schicksals mit den Ereignissen der deutschen Geschichte, das macht – über den detailliertgen Faktenreichtum und die stimmige, zum Teil dialektgesättigte Sprache seines Protagonisten hinaus – die besondere Qualität dieses Romans aus: seine Authentizität.

Karlheinz Braun, Frankfurter Rundschau

Der zweite Band seiner begonnenenTetralogie “Die Kinder des Sisyfos”, der die Geschichte der Bundesrepublik zwischen 1968 und 1989 erzählt, ist ein durchaus lesenswertes Buch. Angesichts solcher Stichworte wie Massenarbeitslosigkeit, Stellenabbau, Arbeitnehmermitbestimmung und Globalisierung erweist es sich als erstaunlich aktuelles Buch. ?
Er schildert das Leben der »einfachen Leute« und erzählt vom »Kampf« in einer für viele schon vergessenen Zeit. Er schildert die Allmacht der Konzerne und die Ignoranz von Politikern, die Atomkraftwerke und Bleifabriken ins Rheintal bauen wollen, beschreibt Menschen, die an Demokratie glauben, wenn sie sich in Bürgerinitiativen zusammenraufen. Ein breites, authentisches Stück linker Heimatkunde.

Martin Stefke, MÄRKISCHE ALLGEMEINE

Erasmus Schöfer braucht viele Seiten. So entsteht ein lebendiges Bild einer Linken, innerhalb und außerhalb der »Parteien«, samt der Verwicklungen und den daraus resultierenden, politischen Kämpfen. Der Autor bleibt dabei Beobachter, und es ist ihm ein langes Leben zu wünschen, damit dieses Romanprojekt wirklich vollendet werden kann. Obwohl das weder für den Autor noch den Verlag ein großes Geschäft ist oder werden wird. »Zeit-Geschichte«, vor allem eine, die man eigentlich totschweigen will, weil sie gefährlich werden könnte, verkauft sich schlecht. Da wird einem eine Bundesrepublik Deutschland begegnen, die später sicherlich in den etablierten Geschichtsbüchern nicht zu finden sein wird.

Dieter Braeg im Stadtmagazin Krefeld

»Menschen stehen im Tumult der Ereignisse und verfügen über nichts als über ihre Erfahrungen. Schöfer montiert die Gleichzeitigkeit des Unterschiedlichen und Gegensätzlichen, und so gibt er den Ereignissen eine verblüffende Frische zurück.«

Deutschlandfunk

»Schöfer hält die Distanz zu den Dingen und Ereignissen; er bleibt Beobachter, der mal kühl nüchtern bilanziert, dann wieder aus der Bewegung heraus, aus dem Inneren der Vorgänge gleichsam »Zeit-Geschichte« veranschaulicht.«

Werner Jung

»Mit Peter Weiss teilt Schöfer, dass eine Ästhetik und Poetik im Handgemenge der aktuellen politischen Kämpfe und Auseinandersetzungen entwickelt werden muss: dass nämlich Kunst und vor allem Literatur nicht bloß vergnügen, sondern ebenso auch belehren und durchaus nützen können.«

Werner Jung